Strukturierte Produkte genau ansehen
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Ein prominentes Beispiel für diesen Umstand stellen Bonuszertifikate dar. Diese versprechen dem Käufer eine attraktive Rendite in Form einer Bonuszahlung auch dann, wenn der Markt seitwärts verläuft. An steigenden Kursen indes wird vollständig partizipiert. Sofern der Markt nicht allzu stark fällt, besteht sogar eine Kapitalgarantie. Deutliche Kursrückgänge allerdings führen zu Verlusten: Sowohl die Garantie- als auch die Bonuskomponente entfallen, wenn der Kurs des zugrunde liegenden Basiswertes eine vorab definierte Schwelle zu irgendeinem Zeitpunkt während der Laufzeit berührt oder unterschreitet.
Angesichts dieses auf den ersten Blick lukrativen Auszahlungsprofils werden Bonuszertifikate von vielen Bankberatern daher auch als die „bessere Aktie“ bezeichnet. Diese Ehrung jedoch ist fragwürdig, wenn ein Blick in die Details der Konstruktion geworfen wird.
Das Recht auf den Bonus sowie die Kapitalgarantie werden durch den Verzicht auf Dividenden erkauft. Ab einem gewissen Kursanstieg also fährt der Besitzer eines Bonuszertifikats schlechter als er es mit einem Direktinvestment tun würde. Die Dividende wird nach wie vor von vielen Anlegern unterschätzt, obwohl sie einer der wichtigsten Bestandteile einer Position in Substanzwerten ist.
In der Regel werden die Zertifikate von ihrer Laufzeit her optisch günstig kreiert, so dass zum Beispiel eine Laufzeit von etwas mehr als drei Jahren vier Dividendenläufe umfasst. Dies verzerrt den Blick der Anleger zusätzlich.
Bei strukturierten Produkten sollten Anleger daher einen Blick ins Detail werfen, damit eine vermeintlich lukrative Position nicht in einem Verlust endet. Auch bei Zertifikaten gilt die goldene Regel der Finanzmärkte: Je besser die Rendite, desto höher das Risiko.
